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Verhalten am Gewässer Unsere einheimische Süßwasserfische umfassen etwa 65 verschiedene Fischarten. Zum erfolgreichen Angeln aber gehört mehr als die richtige Handhabung des Gerätes und die Beherrschung einiger Angelmethoden. Entscheidend ist die Kenntnis der allgemeinen Lebensgewohnheiten des Fisches.Oberstes Gebot muss es sein, vom Fisch nicht bemerkt zu werden. Dazu verhilft die Befolgung einiger Regeln: Das Ausmachen der Fische ist erst Voraussetzung für den Erfolg, denn die Fische sind nicht überall im Wasser gleichmäßig verteilt. Hinweise geben uns die Fische durch ihr Verhalten bei der Nahrungsaufnahme oft selbst. Wichtigster Faktor für die Nahrungsaufnahme der Fische ist die Wassertemperatur; steigt diese, nimmt die Produktion der Kleinlebewesen im Gewässer zu und die Fresslust der Fische wird angeregt. Zweckmäßige, dem Gelände angepasste unauffällige Kleidung. Ausnutzen jeder am Ufer vorhandener Deckung. Der Uferkante so weit fernbleiben, wie die Angelrute oder ihr Schatten lang ist. Alle vermeidbaren Geräusche und Bodenerschütterungen haben zu unterbleiben. Möglichst gegen die Sonne angeln. Es wird, wenn möglich, stromauf geangelt. Der Köder wird weich und lautlos ins Wasser gesenkt und nur dann herausgeholt, wenn es erforderlich ist. Ein gehakter Fisch wird erst dann an die Oberfläche gebracht, wenn er müde gedrillt und gelandet werden soll. Man unterlässt alle hastigen Bewegungen am Ufer. Im oder unter Wasser sollten am Angelplatz möglichst keine Hindernisse vorhanden sein. Nicht nur das Gerät muss in all seinen Einzelteilen genau aufeinander abgestimmt sein, sondern es muss auch eine Harmonie zwischen Gerät und Köder bestehen. Das Ziel aller unserer Anglerischen Bemühungen ist der Fang eines Fisches. Dies ist der Höhepunkt, dem alle Vorbereitungen, alle Aufmerksamkeit und alle Anstrengungen gelten. |
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Auf Aal (Anguilla anguilla L.) Der Flussaal kommt in allen Flüssen und Seen Europas vor. Man findet ihn auch längs der nordafrikanischen Küste Ägyptens. Sein Laichgebiet ist die Sargassosee bei den Bermudainseln. Erst 1920 wurde dieses Rätsel gelöst. Von dort kommen die Aallarven auf einer langen Wanderung nach drei Jahren in unsere Flüsse. Allgemein ist die Zählebigkeit dieser Tiere bekannt. Nach der Kopfform unterscheiden wir beim Flussaal zwischen dem Spitzkopfaal, der sich von kleinen Lebewesen ernährt, und dem Breitkopfaal, der als Raubfisch auch kleine Fischen verzehrt. Besondere Merkmale: Schlangenähnlicher Körper; Färbung: Oberseite olivgrün bis schwarz, Bauch silberweiß bis gelb. Beißzeiten: Mai bis August von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, manchmal auch in den Mittagsstunden. Nur bei trüben Wetter und Wasser kann auch außerhalb der vorgenannten Tagesstunden mit einem Angelerfolg gerechnet werden. Beste Fangplätze: Uferstellen, an denen die Strömung vorbeizieht, an Faschinen, im Krautbetten und in Uferlöchern. Köder: Kleine tote Fischchen, Engerlinge, Schnecken, Stücke vom Tauwurm. |
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Dieser auch unter dem Namen Brachsen oder Brassen bekannte Art ist in vielen Gewässer unserer Heimat der Hauptfisch. Er ist dort anzutreffen, wo der Fluss mit trübem Wasser langsam dahinfließt und wo nur noch solche Fische leben können, die mit wenig Sauerstoff auskommen (Aale, Hecht, Schleien). Da der im Aussehen an Karpfen und Plötzen erinnernde Fisch sehr scheu ist, muss sich jeder Angler, der auf ihn angeln will, besonders vorsichtig und leise am Wasser bewegen. Besondere Merkmale: Der Körper ist dreimal so lang wie hoch und dreimal höher als breit. Durch den hochrückigen Wuchs ist es selbst einen mittleren Hecht nicht möglich, einen Blei durch seinen Rachen zu zwängen. Das unterständige Maul des Bleies ist rüsselartig vorstreckbar. Färbung: Rücken blaugrün oder goldbraun, Seiten grün oder gelblich - silberglänzend, Brust weiß, Bauch gelbsilbrig, alle Flossen blaugrau. Laichzeit: Mai und Juni. Beißzeiten: Juli bis November. Im Frühjahr und Spätherbst bei warmem Wetter, am besten in den ersten Morgenstunden und den späten AbendstundenKöder: Eingeweichter Käse, gekochte Erbsen, Kartoffelwürfel, kleine Mooswürmer, Gelbschwänze, Maden, Sprock, Krebsteilchen, Zuckmückenlarven, Pasten aller Art. Fanggerät: Gleitfloßangel, Grundangel; Schnur 0,25 bis 0,30 mm Haken 4 bis 9. Die Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus L.) Das Angeln auf Rotfedern stellt an die Sportfreunde hohe Anforderungen. In erster Linie ist eine gewisse Ruhe erforderlich, ferner ein gutes Auge, um diese lebhaften und scheuen Fische entdecken zu können. Und wenn dann eine Rotfeder am Haken sitzt, so ist eine sichere Hand die Vorbedingung zu einer glatten Landung. Merkmale: Seitlich zusammengedrückter, hochrückiger Körper. Das endständige Maul ist steil aufwärts gespalten. Färbung: Rücken dunkelbraungrün, Seiten grün- gelblich, Bauch messinggelb, Rücken -und Schwanzflosse olivgrün bis dunkelrot, alle anderen Flossen purpurrot. Laichzeit: März bis April. Beißzeiten: Februar bis Dezember. Im Sommer sogar häufig den ganzen Tag über. Beste Fangplätze: In Schilflichtungen, Krautbetten und in der Nähe von Wasserrosenblättern. Köder: Nasse und trockene Fliege ( schwarzer und roter Palmer ), Heuspringer, natürliche Insekten, Würmer, Teig, Maden. Fanggerät: Floßangel, Flugangel, Tippangel. Am besten eignet sich eine leichte Rute mit sehr elastischer Spitze, feiner Schnur 0,10 bis 0,20 mm, Haken Nr. 8 bis 14. |
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Dieser “ Karpfenartige “ bevorzugt stehende Gewässer mit schlammigem Grund und ist vor allem in kleinen, nicht zu tiefen, aber krautreichen Seen, Teichen und Tümpeln zu finden. Stark strömende Flüsse und solche mit steinigem oder kieshaltigem Grund werden gemieden. Besondere Merkmale: Auffallend große Rückenflosse, zwei Bartfäden am endständigen Maul. Alle Flossen sind abgerundet. Färbung: Rücken und Seiten braungrün mit Metallglanz. Die vielen kleinen, tief in der schleimigen Haut sitzenden Schuppen (95 bis 100 in der Seitenlinie) lassen sich nur schwer entfernen. Bauch gelb mit rötlichem Schimmer, Flossen durchweg dunkel. Laichzeit: Mai bis Juli. Beißzeiten: Vom Frühjahr bis zur Laichzeit, dann bis in den Oktober. Da die Schleie tagsüber auf dem Boden nach Nahrung sucht und erst während der Dämmerung höher steigt, sind die frühen Morgenstunden sowie die Abendstunden am erfolgversprechendsten. Andernfalls lohnt sich in den Sommermonaten eine Pirsch am Tage nur bei Regen, Wind und kühlerem Wetter. Beste Fangplätze: Am Grund und im Gelege in ruhigem Wasser. An den wolkigen Trübungen des Wassers und an aufsteigenden Blasen, die durch das Herumstöbern des Fisches im Schlamm nach Nahrung entstehen, ist der Standort einer Schleie zu ermitteln. Köder: Lebende Würmer, kleine Krebsteilchen, Teig, eingeweichte Käsewürfeln. Etwas Anfüttern ist nie verkehrt. Fanggerät: Leichte Floßangel, Grundangel; Schnur 0,20 bis 0,30 mm, Haken Nr. 4 bis 10. Die Schleie pustet den Köder erst an und nimmt ihn dann ihres kleinen Maules wegen nur langsam auf. Es empfiehlt sich daher, den Anhieb nicht zu früh zu setzen! Die Barbe ( Barbus barbus L.) Nach diesem Fisch ist die dritte Gewässerregion, von der Quelle eines Gebirgsbaches aus betrachtet, benannt. Hier fließt das Wasser noch schnell dahin und besitzt auch noch reichlich Sauerstoff. Vom Mai bis Juli zieht die Barbe flussaufwärts, im Herbst dann flussabwärts. Aber auch in vielen Seen finden wir diesen Fisch. Das Vorstülpbahre, unterständige Maul mit vier Bartfäden kennzeichnet die Barbe als Grundfisch. Weitere Merkmale sind: der dunkelgrüne Bronzeton des Rückens, gelbliche Seiten, weißlicher Bauch. Die Brust- und Bauchflossen sind rot, die Schwanzflosse hat dunkle Spitzen, die Rücken- und Afterflosse sind graugrün. Die Barbe ist ein geselliger Fisch. Wo man eine fängt, kann man mehrere erbeuten. In Uferhöhlen, Uferlöchern und an Baumwurzeln hat sie in den Morgen- und Abendstunden ihren Standort; am Tage steht sie dagegen in etwa 1 m Tiefe über kiesigem oder steinigem Grund in der Strömung. Beißzeit: Sie beißt vom Juli bis zum November (August und September an besten). Köder: Erbsen, Käse, Muscheln, Maden, Tauwurm und Insektenlarven reizen sie zum Anbiss. Im Herbst sind Neunaugen ihre Lieblingsspeise. Fanggerät: Als Fanggerät bedienen wir uns der Floßangel, der Grundangel ohne Floß, oder in tiefer Strömung der Bodenangel. Dazu 0,30 bis 0,45 mm starke Schnur. Haken Nr. 4 bis 8. Am aktivsten ist die Barbe in den Stunden der Dämmerung. Sie wehrt sich beim Drill sehr stark. Vorsicht, der Rogen der Barbe ist giftig! |
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Die Frage, ob der Drill eines schweren Hechtes oder der eines kapitalen Karpfens schwieriger ist, ist noch immer nicht einwandfrei beantwortet. Fest steht, dass der Karpfen wohl der schlaueste Fisch in unseren Gewässern ist. Beim Drill verlangt er dem Angler wirklich alles an sportlichem Können ab. Meistens erbeuten die Angler den in den Wildgewässern lebenden Schuppenkarpfen. Neben dieser Stammform mit regelmäßig beschuppten Seiten gibt es noch die Züchtungen Spiegelkarpfen ( unregelmäßig stehende Schuppen) und Lederkarpfen ( ganz oder fast gänzlich ohne Schuppen), die nur in Teichen und Gewässern, wo sie eingesetzt wurden, leben. Aber auch diese gezüchtete Karpfen leisten dem Angler einen harten Kampf, wenn sie am Haken sitzen. Sportfreunde, die sich zu Spezialisten im Fang von Karpfen ausgebildet haben, behaupten, dass der Karpfen nicht nur der klügste Fisch sei, sondern auch aus den gesammelten Erfahrungen lernt. Der Karpfen hat einen gedrungenen Körper, der seitlich etwas abgeplattet ist. Das Maul weist vier starke Bartfäden auf. Die Färbung ist verschieden; sie wechselt von goldgelb bis graubraun. Der Bauch ist gelblich oder weißlich und der Rücken braun bis schwarz. Der Karpfen lebt in Ruhigem, tiefen Wasser in Buhnenkesseln, auf schlammigem Grund sowie in Rohr und Schilf. Wärmeres Wasser ist ihm ein Lebensbedürfnis. Für seinen Fang sind die frühen Morgen- und die späten Abendstunden ( warme, trübe Witterung) besonders günstig. Am besten geht er in den Monaten August bis Oktober an den Haken. Als Köder bieten wir ihn an: gekochte Kartoffeln, gekochten Mais, gekochte Erbsen und Bohnen, mittelgroße Tauwürmer, Käse, Schnecken und Larven. Sowie die Karpfen- Revolution ( Boilies am Haar ). Dringend empfohlen wird, an einem bestimmten Platz anzufüttern, damit man die Karpfen an diesen Angelplatz gewöhnt. Auf der Karpfenjagd ist äußerste Vorsicht geboten: Hinsetzen, nicht hinstellen, leise auftreten und erst beobachten! Der Karpfen lebt in Gesellschaft, und die kleinste Unvorsichtigkeit kann die ganze Herde verscheuchen. Die Rute muss eine bestimmte Härte haben und dennoch elastisch sein. Vielfach wird der Fehler gemacht, dass man eine Rute mit einer zu dünnen Spitze nimmt! Kurze Ruten eignen sich nicht zum Fang dieses Fisches, den man manchmal etwas schnell und gewaltsam landen muss, wenn man vermeiden will, dass er in ein sicheres Uferversteck zieht. Allgemein sagt man, je feiner die Schnur, desto besser die Fangmöglichkeiten. Bei großen Fischen, besonders bei Karpfen, soll man aber nicht nach dieser Meinung handeln. Schnur von 0,25 ist oft noch zu schwach für diesen Fisch; man kann getrost 0,30 bis 0,40er Schnur nehmen. Und dann nicht zu wenig Schnur: 100 m sind das mindeste, und reichen manchmal nicht aus. Noch ein Hinweis: Möglichst über die Stelle, wo sich Karpfen aufhalten, werfen, um so den Lärm des einfallenden Bodenbleies zu “verschleiern”, und den Köder zum Karpfen hinziehen. Oft braucht man kein Bodenblei, denn Kartoffeln von 20 und 25 g als Köder genügen für einen weiten Wurf. Haken verwenden wir in den Größen Nr.2 bis 5 Die Plötze (Leuciscus rutilus L.) Die Plötze ist der allgemein bekannteste Fisch. Sie ist in allen Gewässern anzutreffen und nimmt bei den Fischen die gleiche Rolle ein wie der Sperling unter den Vögeln. Bei vielen Anglern ist sie ihrer zahlreichen spitzen Gräten wegen unbeliebt. Besondere Merkmale: Die Rückenflosse steht genau in Höhe der Bauchflossen ( bei der Rotfeder weiter hinten), der Bauch ist abgeplattet ( bei der Rotfeder scharfkantig). Die Regenbogenhaut des Auges schimmert rot, daher auch der Name ” Rotauge”. Färbung: Rücken blaugrau, Bauch und Seiten silberfarbig, Brustflossen grüngelb mit rötlichem Schein, Rücken- und Schwanzflossen grau mit rötlichem Anflug. Bauchflossen sowie Afterflossen zinnoberrot. Laichzeit: April bis Juni. Beißzeiten: Das ganze Jahr hindurch, außer der Schneeschmelze. Während der warmen Jahreszeit sind die frühen Morgenstunden am günstigsten für einen Fang Beste Fangplätze: Im Sommer zwischen den Wasserpflanzen, in Seen an Rohrkanten und in Buchten in geringer und mittlerer Tiefe, in den Flüssen in den Buhnenfeldern. Größere Exemplare stehen fast immer in Grundnähe. Köder: Teig, Kartoffel, Erbsen, Maden, Sprock, Hanf, Weizen, Käse, Larven, Muscheln, Würmer. Fanggerät: Bodenangel, Grundangeln ohne Floß, Floßangeln; Schnur: 0,15 bis 0,25 mm, Haken 8 bis 16 |
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